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Cloud-Backup-Kosten 2026: B2 vs. Wasabi vs. Storj Update

Cloud BackupKostenVergleichStorage

Im Mai 2026 hatten wir den Vergleich der gängigen Cloud-Backup-Anbieter veröffentlicht: Cloud-Backup-Anbieter-Vergleich: B2, Storj, Wasabi, AWS. Da seitdem einige Monate vergangen sind und sich an mehreren Stellen Preise und Konditionen verschoben haben, ist es Zeit für ein Update.

Wichtiger Hinweis vorweg: Konkrete Preise zitieren wir hier nicht im Detail, weil sie sich zwischen Schreiben und Lesen wieder ändern können. Alle relevanten Anbieter-URLs sind verlinkt — bitte vor einer Entscheidung die offiziellen Preisseiten konsultieren. Was wir hier liefern, ist die strukturelle Übersicht, die Modelle, die Trade-offs und realistische Use-Case-Empfehlungen.

Was sich seit Mai 2026 geändert hat

Drei Bewegungen sind nennenswert:

1. Backblaze B2 hat das B1-Free-Egress-Modell weiter ausgebaut. Mit Partner-Netzwerken wie Cloudflare, Fastly und Bunny.net ist Egress in vielen Konstellationen kostenlos. Für KMU-Backup-Restore-Tests, die meist via Fastly oder direktem Zugriff laufen, ist das ein echter TCO-Vorteil.

2. Wasabi hat seine Minimum-Storage-Periode angepasst. Die “90-Tage-Regel” (gelöschte oder überschriebene Daten werden trotzdem für 90 Tage berechnet) bleibt bestehen, aber Wasabi hat die regionalen Storage-Tiers ausgebaut. Für EU-Compliance wichtig: explizit EU-Region wählen (Frankfurt, Amsterdam).

3. Storj hat sich konsolidiert. Das dezentrale Modell ist 2026 ausgereifter, mehr Storage-Nodes in EU. Egress-Modell weiterhin nutzungsabhängig, ohne Mindestlaufzeiten.

4. Hetzner Storage Box als europäische Alternative hat 2026 deutlich an Beliebtheit gewonnen. S3-kompatibles Object Storage zu sehr niedrigen Preisen und ohne Egress-Gebühren in der Standard-Variante.

Die Anbieter im Überblick — strukturelle Trade-offs

Backblaze B2 Cloud Storage (Preisseite)

  • Modell: pay-as-you-go für Storage und Egress
  • Egress über Bandwidth-Partner (Cloudflare, Fastly, Bunny.net) oft kostenlos
  • S3-kompatible API, ausgereift
  • Region: USA, EU (Amsterdam)
  • Pro: einfach zu kalkulieren, gute Reputation, gute Tooling-Integration (Restic, Veeam, Duplicati)
  • Contra: kein “kalter” Tier — Restore ist immer “warm” und entsprechend bepreist

Wasabi (Preisseite)

  • Modell: pay-per-GB-Storage, kein Egress-Charge im Standard-Plan
  • 90-Tage-Minimum-Storage-Regel (Daten zählen mindestens 90 Tage)
  • S3-kompatible API
  • Region: USA, EU (Frankfurt, Amsterdam, London)
  • Pro: keine Egress-Surprise, gut für häufige Restore-Tests
  • Contra: 90-Tage-Regel macht Backups mit sehr kurzer Retention teuer

Storj (Preisseite)

  • Modell: dezentral, Daten werden über viele Knoten verteilt
  • Storage und Egress separat bepreist, beides niedrig
  • S3-kompatible API, Native-SDK
  • Region: global verteilt — für EU-Compliance Region explizit wählen
  • Pro: niedriges Pricing, dezentrale Architektur, gut für Multi-Region-Resilience
  • Contra: weniger etabliert bei klassischen Backup-Tools, Latenz kann variieren

Hetzner Storage Box (Preisseite)

  • Modell: feste monatliche Pauschale pro Storage-Größe
  • Inkludiertes Traffic in Großvolumen
  • Zugriff via SFTP, SMB, WebDAV, FTPS — kein natives S3 in der klassischen Storage Box
  • Hetzner bietet separat Object Storage mit S3-API (Preise)
  • Region: Deutschland (Falkenstein, Nürnberg)
  • Pro: günstig, deutscher Anbieter, DSGVO-unkompliziert
  • Contra: keine S3-API auf Storage Box selbst — für Restic/Borg etc. via SFTP-Backend

AWS S3 Glacier Deep Archive (Preisseite)

  • Modell: extremst niedriger Storage-Preis, hohe Egress-Kosten, lange Retrieval-Zeiten (Stunden bis Tag)
  • 180-Tage-Minimum-Storage
  • Region: global verfügbar, EU-Regionen vorhanden
  • Pro: günstigster Storage-Preis am Markt — sinnvoll für Langzeit-Archiv
  • Contra: Restore dauert lange, Egress teuer, Komplexität in der Berechnung

Rechenbeispiele — Volumina 1 TB, 10 TB, 100 TB pro Monat

Da wir keine konkreten Preise zitieren, zeigen wir das Verhältnis der Modelle anhand typischer Anwendungsfälle. Eigene Zahlen sollten Sie mit den jeweiligen Pricing-Calculators der Anbieter berechnen.

Use-Case A: 1 TB Backup, monatlich vollständiger Restore-Test (1 TB Egress)

Hier dominiert der Egress-Anteil. Wasabi und Hetzner sind klar im Vorteil (kein Egress). B2 mit Cloudflare-Partner ebenfalls günstig. AWS Deep Archive ungeeignet — die Retrieval-Kosten machen jeden Test schmerzhaft.

Use-Case B: 10 TB Backup, vierteljährlicher Stichproben-Restore (ca. 100 GB Egress/Quartal)

Sehr niedriger Egress-Anteil. Storj wird hier kostenmäßig interessant, B2 ebenfalls. Wasabi gut. Hetzner Storage Box ist preislich oft die Nummer Eins für deutsche KMU. Glacier Deep Archive denkbar für Teilbestände mit sehr langer Retention.

Use-Case C: 100 TB Backup, jährlicher Restore-Test (100 TB Egress/Jahr)

Großvolumen-Szenario. Hetzner mit seiner Pauschal-Strategie wird interessant, Wasabi mit kein-Egress-Pricing ebenfalls. B2 hängt stark davon ab, ob Egress über kostenfreien Partner läuft. Bei Glacier Deep Archive würde der Restore-Test allein vier- bis fünfstellige Egress-Kosten verursachen — nur sinnvoll, wenn Restore wirklich extrem selten ist (echtes Archiv).

Empfehlung pro Use-Case

Aus unserer Beratungspraxis:

Häufige Restore-Tests, kleine bis mittlere Datenmengen (KMU mit 1-10 TB):

  • Wasabi (kein Egress, einfache Kalkulation)
  • B2 mit Cloudflare-Partner-Egress
  • Hetzner Storage Box (deutsche DSGVO-Komfort-Zone)

Langzeit-Archiv mit seltenem Zugriff (Compliance, Audit, GoBD-Daten):

  • AWS S3 Glacier Deep Archive für die “harte” Aufbewahrung (5+ Jahre)
  • Glacier Instant Retrieval, wenn schneller Zugriff erwartet wird
  • Storj für dezentrale Multi-Region-Sicherheit

Großvolumen-Backup von Storage-Systemen (50-500 TB):

  • Wasabi mit eigenen Reserved-Pricing-Verhandlungen
  • Hetzner Object Storage für deutsche Anbieter-Präferenz
  • Hybrid-Setup: lokal auf TrueNAS plus Cloud-Tier für Off-Site

3-2-1 für ein TrueNAS mit ZFS-Replikation:

  • Lokal: TrueNAS-Replikation auf zweites Single-Controller-NAS
  • Cloud: Restic oder Veeam-CO mit Wasabi/B2 oder Hetzner als Object Storage Target

Hidden Costs — worauf zu achten ist

Vier Kostenfallen, die in der Praxis regelmäßig übersehen werden:

1. Egress-Kosten bei Komplett-Restore. “Was kostet ein Vollrestore?” sollte vor Vertragsabschluss durchgerechnet werden. Bei 100 TB und Glacier Deep Archive kann der Restore teurer sein als ein Jahr Storage.

2. API-Calls. Bei Backup-Lösungen mit hoher API-Frequenz (viele kleine Chunks) summieren sich PUT-Requests. B2 und AWS bepreisen Requests separat; Wasabi und Hetzner bündeln das.

3. Minimum-Storage-Perioden. Wasabi 90 Tage, AWS Glacier 90/180 Tage. Wenn die Backup-Retention kürzer ist als die Mindestperiode, zahlt man trotzdem.

4. Region-Aufschläge. EU-Regionen sind bei manchen Anbietern teurer als US-Regionen — für DSGVO-Compliance aber notwendig.

DSGVO-Aspekte

Cloud-Backups enthalten typischerweise personenbezogene Daten. Pflicht-Punkte 2026:

  • AVV (Auftragsverarbeitungsvertrag) mit dem Cloud-Anbieter
  • Region in der EU — oder mindestens Standard-Vertragsklauseln plus Risikobewertung für Drittländer
  • Verschlüsselung Client-Side — der Cloud-Anbieter sieht nur verschlüsselte Daten (siehe auch unser paralleler Artikel Backup-Verschlüsselung: Schlüsselverwaltung richtig)
  • Lösch-Prozesse dokumentieren — wenn DSGVO-Recht-auf-Vergessen greift, muss klar sein, wie die Daten aus Backups entfernt werden (oder warum das proportional nicht möglich ist)

Hetzner bietet als deutsches Unternehmen mit Frankfurt/Falkenstein-Standorten den geringsten DSGVO-Aufwand. Die US-Anbieter (Backblaze, Wasabi, AWS) erfordern AVV und sorgfältige Konfiguration der EU-Region.

Hybrid-Empfehlung 2026: Local + Cloud

Aus unserer Praxis: Die kostenoptimierte und resilienteste Variante für KMU 2026 ist meistens hybrid:

  1. Lokales Backup auf TrueNAS oder PBS für schnelle Restores (RPO Minuten, RTO Stunden)
  2. Lokale Replikation auf zweites Storage-System für Redundanz
  3. Cloud-Backup-Tier für Off-Site-3-2-1 (RPO Stunden bis Tag, RTO mehrere Stunden bei Vollrestore)

Beispielsetup: PBS auf lokalem Storage, mit Sync-Job zu Wasabi oder Hetzner Object Storage als Off-Site. Verschlüsselt Client-Side. Restic mit lokalem REST-Server plus zusätzlichem Backend auf Cloud.

Fazit

Cloud-Backup-Kosten 2026 sind übersichtlicher als noch vor zwei Jahren — die wichtigsten Anbieter haben sich konsolidiert, Modelle sind klarer geworden. Wasabi und Hetzner sind 2026 die häufigsten Empfehlungen für deutsche KMU, B2 bleibt für Kunden mit etablierter Tooling-Integration interessant, Glacier Deep Archive deckt das echte Langzeit-Archiv ab.

Vor jeder Entscheidung gilt: Eigene Volumina hochrechnen, eigenen Restore-Test-Frequenz einplanen, eigenen DSGVO-Bedarf prüfen. Die offiziellen Preisseiten geben den aktuellen Stand — diese Übersicht ist die strukturelle Orientierung.

DATAZONE konfiguriert das Backup-Tier passend zur Storage-Strategie und übernimmt die laufende Überwachung — von Erst-Setup bis monatlichem Kosten-Reporting.

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